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C_the_unseen: ungesehene Schätze aus dem Museum - April 2025
Achat – ein farbenfroher Fund der Antike und Neuzeit
Von außen wirkt er wie ein gewöhnlicher Feldstein, doch in seinem Innersten verbergen sich wahre Kunstwerke. Seine Schönheit fasziniert die Menschen bereits seit der Antike, weswegen ihn auch schon die alten Ägypter um 1000 v. Chr. für die Herstellung von Ringen und Gefäßen verwendeten. Den reichen Fundstellen am Fluss Achates (heute Dirillo) in Sizilien verdankt er seinen Namen: der Achat, einer der bekanntesten und beliebtesten Schmucksteine der Welt.
Achate oder gebänderte Chalcedone sind eine Varietät von Quarz – dem zweithäufigsten Mineral der Erde. Sie bestehen aus einer Verbindung der beiden häufigsten Elemente der Erdkruste, Silizium und Sauerstoff (SiO2). Im Gegensatz zu den kristallinen Quarz-Varietäten wie Bergkristall oder Amethyst sind Achate aus mehreren Lagen von mikro- bis kryptokristallinem Chalcedon aufgebaut, die sich von außen nach innen ablagern. Der Farbenreichtum der Achate geht dabei auf geringste Beimengungen in der erstarrenden Kieselsäure (SiO2) zurück, die sich im Laufe der Ausfällung von Lage zu Lage verändern.
Das Farbenspektrum der Achate reicht von Blautönen – Achate aus Rio Grande do Sul, Brasilien – bis zu roten Achaten, wie aus St. Egidien, Sachsen. Die schier unendliche Fülle an Formen und Farben führt dazu, dass Achate nach ihrem Aussehen benannt und kategorisiert werden, wie zum Beispiel der Aprikosenachat – ein Achat von rosa bis fleischfarbener Färbung aus Botswana.
Der Bildungsprozess von Achaten ist noch nicht bis in alle Einzelheiten geklärt. Oft kommen sie als Hohlraumfüllungen in vulkanischen Gesteinen vor. Die Hohlräume entstehen, wenn Gase aus der Gesteinsschmelze nicht mehr entweichen können, sondern in der erkaltenden Lava eingeschlossen werden. Die Abscheidung der Kieselsäure geschieht im Nachgang, wahrscheinlich bei viel geringeren Temperaturen. Konzentrische Ablagerungen von gelartiger Kieselsäure findet man auch als Gangmineralisation, in Meeressedimenten, in verkieselten Korallen und sogar in Dinosaurierknochen. Auch in fossilem Holz sind sie keine Seltenheit – so sind die Luftwurzeln der Psaronius-Baumfarne aus dem Versteinerten Wald Chemnitz größtenteils von Achaten ausgekleidet.
Nicht nur im alten Ägypten waren Achate populär. Begehrt waren sie beispielsweise auch unter dem sächsischen Kurfürsten August dem Starken (1670–1733), der die Suche nach „edlen Steinen“ förderte. Sie fanden verschiedene Einsatzmöglichkeiten – vom Mörser über Armbänder, Tabatieren – Dosen zur Aufbewahrung von Schnupftabak – hin zu Ornamenten und Messerstielen.
Achate sind kleine Kosmopoliten, die in verschiedensten Gebieten der Erde anzutreffen sind. So findet man sie unter anderem in Brasilien, auf Sizilien, im Brdy – einem mittelböhmischen Waldgebirge – aber auch Glashütte, St. Egidien oder Chemnitz-Altendorf in Sachsen.
Im Museum für Naturkunde Chemnitz können Erwachsenengruppen Achate selber schleifen und polieren. Alle Besucher können verschiedene Achate im Historischen Kabinett bestaunen.
Sollten Sie aber den Abenteuerdrang verspüren, dann können Sie auf dem Claim in Schlottwitz auch selbst Achate und Amethyste suchen und schürfen.
Museum für Naturkunde Chemnitz | Moritzstraße 20, 09111Chemnitz
Öffnungszeiten Mo, Di, Do, Fr 9-17 Uhr | Sa, So 10-18 Uhr
www.naturkunde-chemnitz.de | info@naturkunde-chemnitz.de
Tel. 0371 - 488 45 51 | Fax 0371 - 488 45 97