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Veranstaltung(en) - 28.06.2018

15:00 - 16:30 Uhr | 875 Jahre Chemnitz - De Natura Fossilium

 

875 Jahre Chemnitz - De Natura Fossilium

Unter dem Motto "De Natura Fossilium" blättern wir mit Ihnen im Feldbuch von Georgius Agricola und erhalten Einblick in seine Forschungsinteressen.

Georgius Agricola lebte vom 24.März 1494 bis 21.November 1555. Er war ein Universalgelehrter in den Bereichen der Medizin, Pädagogik, Physik, Chemie, Politik, Geschichte und Philologie. Er prägte mit meheren Werken die Geowissenschaften, wobei "De Natura fossilium" sein wohl berühmtestes Werk ist. Von 1546 bis 1553 hatte er 4 Mal das Amt des Bürgermeisters von Chemnitz inne. Agricola gehörte zu den einflussreichsten Persönlichkeiten unserer Stadt und in den Geowissenschaften.

Zeit: 15:00 - 16:30
Veranstaltungsort: Fenster in die Erdgeschichte | Glockenstraße 16
Anmeldung: erwünscht unter Tel. 0371-27369367 oder online
Ansprechpartner: Maria Schulz
Hinweise: Die Führung ist im Tarif des Museums für Naturkunde Chemnitz inbegriffen und dauert 1½ h.  Die Teilnehmeranzahl ist auf 25 begrenzt.

 

Termindetails

  Vortrag - Neues aus der Schwarmbebenregion Vogtland/NW-Böhmen: Quartärer Vulkanismus und rezente verdeckte Magmenaufstiege

Wann? - -

Im Vortrag spricht Dr. Horst Kämpf (Gastwissenschaftler am Deutschen GeoForschungsZentrum Potsdam) zur Herkunft von CO2-dominierten Gasen, rezenter Magma- und Erdbebentätigkeit sowie quartärem Vulkanismus in Westsachsen und Teilen Nordwest-Böhmens und Nordost-Bayerns.

In Tiefen von ca. 20 bis 6 km bebt es zwischen Marienbad und Leipzig/Halle nahezu ständig. Da die Bebenstärke meist unterhalb von Magnitude 1,5 liegt ist, das für Menschen nicht spürbar. In den letzten 40 Jahren traten im südlichen Vogtland und in NW-Böhmen immer wieder mittelstarke Bebenschwärme zwischen Magnitude 3 und 4,5 auf, die Anlass für das stetige Interesse der Bevölkerung sind. Die letzten Bebenschwärme dieser Größenordnung konnten im Mai/Juni 2018 mit einer maximalen Magnitude von 3,7 und zwischen Dezember 2020 und August 2021 mit Magnitude bis zu 3,2 detektiert werden.

Wiederholungsmessungen im Sinne von Zeitreihenuntersuchungen mittels Heliumisotopie (3He/4He) an CO2-dominierten Gasen aus Mineralquellen und Mofetten zeigten im Frühjahr 2000 und 2006 Anomalien, die die Wissenschaftler als verdeckte, d. h. nicht die Erdoberfläche erreichende Magmaintrusionen interpretierten. Bei Mytina/CZ, Neualbenreuth/D entdeckten die Wissenschaftler des GFZ Potsdam 2007 und 2015 bisher unbekannte Vulkane (Maare) quartären Alters (Mittelpleistozän, d. h. vor ca. 781.000–127.000 Jahren). An der Erforschung von drei weiteren bisher unbekannten Maaren östlich von Selb auf tschechischem und deutschem Territorium wird derzeitig geforscht. Diese drei unbekannten Vulkane werden mit Hilfe von Bohrkernen untersucht, die aus bis zu 400 m tiefen Bohrungen stammen.

Inwieweit passt das alles zusammen? Drohen der Region zukünftig Vulkanausbrüche oder kann Nutzen aus den aktiven Prozessen im Untergrund gezogen werden? Welche offenen Fragen stellen sich der Wissenschaft, und mit welchen Forschungsansätzen und Methoden sollen sie zukünftig bearbeitet und einer Lösung zugeführt werden? Welchen Beitrag in Zusammenarbeit mit Forschern könnten zukünftig Museen, Schulen, Medien und Behörden bzw. die Politik leisten?

Der Referent, Dr. Horst Kämpf, ist Geologe und hat an der ältesten montanwissenschaftlichen Universität der Welt, der Technischen Universität Bergakademie Freiberg, studiert und promoviert.

 

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