Veranstaltungen am Museum für Naturkunde

Demnächst im Museum

Termine und Event's im Museum

24.10.2026 15:00 - 19:00 Uhr
Halloweenparty am Fenster in die Erdgeschichte

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  • Sonderausstellung
  • Aktivitäten auf der Grabung
  • Führung
  • Arbeitsgemeinschaft
  • Angebote der Museumspädagogik
  • Sonderveranstaltung

Veranstaltung(en) - 19.09.2021

Tag des Geotops 2021

 

Einblicke in einen 291 Millionen Jahre alten Wald  durch das „Fenster in die Erdgeschichte“

Chemnitz mag ein kleiner Fleck auf unserer großen Erde sein, dennoch ist der Schatz, der unter dieser Stadt begraben ist, weltweit bekannt – der Versteinerte Wald. Das sind die versteinerten Überreste eines tropischen Urwaldes, welcher vor 291 Millionen Jahren durch einen Vulkanausbruch mit Asche bedeckt und konserviert wurde. Obwohl bereits im Mittelalter entdeckt, konnte erst im Laufe der letzten 10 Jahre ein komplettes Ökosystem unter anderem mit Baumriesen, Skorpionen, Ursauriern und Riesenhundertfüßern rekonstruiert werden. Dennoch gibt es auch heute noch Geheimnisse, welche wir dem Versteinerten Wald auf der wissenschaftlichen Grabung am „Fenster in die Erdgeschichte“ entlocken wollen. Dies geschieht meist hinter verschlossenen Türen, aber zum Tag des Geotops öffnen wir wieder unser Grabungszelt und laden alle Interessierten ein, bei der Dokumentation und Bergung von Fossilfunden live dabei zu sein. Das Grabungsteam erzählt zudem spannende Geschichten über den einstigen Urwald und gewährt Einblicke in den Grabungsalltag. Auch für die jungen Forscher gibt es etwas zu erleben: Sie können im „geologischen Klassenzimmer“ nach versteinerten Hölzern graben und beim Lösen eines Quiz das Grabungsgelände selbstständig erkunden.

Zeit: 10:00 - 17:00
Veranstaltungsort: Fenster in die Erdgeschichte | Glockenstraße 16
Anmeldung: nicht erforderlich
Ansprechpartner: Anne Förster
Eintritt: frei
Hinweise: Es gelten die aktuellen Hygienemaßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie. Bitte informieren Sie sich vor Ihrem Besuch über die aktuellen Bestimmungen.

Die Angebote werden mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des von den Abgeordneten des Sächs. Landtags beschlossenen Haushalts.

 

Termindetails

  Fossil des Jahres 2023 - Medullosa stellata

Wann? -

Ab 28. Oktober 2023 wird im Museum für Naturkunde Chemnitz ein besonderes Objekt präsentiert: Medullosa stellata, eine fossile Samenpflanze mit Farnlaub, die von der Paläontologischen Gesellschaft zum Fossil des Jahres 2023 erkoren wurde. Erst durch einen Fund der wissenschaftlichen Grabung in Chemnitz-Hilbersdorf (2008–2011) war es möglich, die Pflanze insgesamt zu rekonstruieren. Neben Teilen dieses Sensationsfundes wird in der Sonderschau erstmals das digitale Rekonstruktionsmodell des Baumes gezeigt. Ein Kurzfilm über die Medullosa wird ebenfalls fester Bestandteil der Ausstellung sein.

Die Paläontologie erforscht die Geschichte des Lebens auf der Erde. Anhand von Fossilien und Gesteinsschichten, in denen sie gefunden werden, zeichnet sie die Evolution der Organismen und ihrer Umwelt nach, rekonstruiert biologische Anpassungen an verschiedene Lebensbedingungen, findet Hinweise auf Klimaveränderungen in der geologischen Vergangenheit, untersucht Ursachen und Auswirkungen von Artbildungsprozessen und Massenaussterbeereignissen. Damit ist Paläontologie der Schlüssel zum Verständnis der heutigen Biodiversität und der Wechselwirkung zwischen belebter und unbelebter Natur.

1912 wurde in Greifswald die Paläontologische Gesellschaft gegründet, heute die größte Vereinigung von Berufspaläontologen, Sammlern und Freizeitforschern im deutschsprachigen Raum. Um auf Fossilien aufmerksam zu machen, die von besonderem wissenschaftlichen Wert sind, wählt die Paläontologische Gesellschaft seit 2008 einen Fund oder eine ganze Art zum Fossil des Jahres.
2023 fiel diese Wahl auf Medullosa stellata aus dem Versteinerten Wald Chemnitz. Diese bereits 1832 von Bernhard Cotta beschriebene fossile Baumart blieb für die Wissenschaft fast zwei Jahrhunderte ein ungelöstes Rätsel. Relativ schnell erkannte man, dass die 1849 unter dem Namen Myeolxylon beschriebenen Hölzer in Wirklichkeit am Medullosa-Stamm ansitzende Wedelstiele sind. Welches Laub jedoch an diesen Wedelstielen hing, blieb bis zur wissenschaftlichen Grabung des Museums für Naturkunde Chemnitz ungeklärt. Erst ein Komplexfund, der 2009 entdeckt und 2010 geborgen wurde, gab die Gewissheit: am Stamm der Medullosa stellata saßen farnartige Wedel vom Typ Alethopteris schneideri an.
Medullosa gehört zu Farnsamern, einer ausgestorbenen Gruppe von Samenpflanzen mit Farnlaub. Wir wissen nun, dass zehn bis zu 3,5 m lange Wedel an dem relativ dünnen, aber stark verholzten Stamm saßen. Ein komplexes Netzwerk vertikal und horizontal verbundener Leitbündel im Medullosa-Stamm und den Myeloxylon-Wedeln sorgte dafür, dass die Pflanze große Mengen Wasser aufnehmen und speichern konnte. Blätter mit dichter Nervatur ermöglichten eine Transpirationsrate auf dem Niveau heutiger Blütenpflanzen. Vermutlich hat Medullosa damit eine entscheidende Rolle im Ökosystem des subtropischen Waldes gespielt, der vor 291 Millionen Jahren im Großraum Chemnitz existierte: während das Klima immer trockener und saisonaler wurde, es also zum zunehmend ausgeprägten Wechsel von Regen- und Trockenzeiten kam, schufen die Medullosen mit ihrer besonderen Fähigkeit zur Wasseraufnahme und –abgabe eine immerfeuchte Oase, in der andere Pflanzen gedeihen und zahlreiche Tiere leben konnten.

 

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Museum für Naturkunde Chemnitz | Moritzstraße 20, 09111Chemnitz
Öffnungszeiten Mo, Di, Do, Fr 9-17 Uhr | Sa, So 10-18 Uhr
www.naturkunde-chemnitz.de | info@naturkunde-chemnitz.de
Tel. 0371 - 488 45 51 | Fax 0371 - 488 45 97