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C_the_unseen: ungesehene Schätze aus dem Museum - August 2025

Liebe Verwandtschaft

Was – außer dem Präfix „See“ – haben Seesterne, Seelilien, Seegurken und Seeigel gemeinsam? Diese sonderbar aussehenden Meeresbewohner sind nicht nur miteinander eng verwandt – auch den Wirbeltieren stehen die Echinodermata oder Stachelhäuter wesentlich näher, als beispielsweise Insekten oder Schnecken. Selbst das „Gehäuse“ der rundlichen Seeigel ist nicht Exo-, sondern Endoskelett – denn es ist zu Lebzeiten von einer feinen Haut überzogen.

Der Panzer der Seeigel besteht aus Kalzitplatten, die starr aneinandergrenzen. Kalzitisch sind auch die Stacheln, die den Seeigeln ihr charakteristisches Aussehen verleihen. Sie sind über Gelenke mit den Panzerplatten verbunden und können durch Muskeln in alle Richtungen bewegt werden. Die beweglichen Stacheln dienen dem Beutefang, dem Eingraben in Sand und dem Schutz vor Fressfeinden. Zwischen den Stacheln sitzen kleine Greifzangen, die sogenannten Pedicellarien, die die Körperoberfläche reinigen und zur Verteidigung des Tieres mit Giftdrüsen ausgestattet sein können. Für den Menschen sind die meisten Seeigel harmlos; nur von wenigen Sekreten geht eine ernsthafte Gefahr aus. So kann das Gift des Rosen-Seeigels (Toxopneustes pileolus), im Extremfall zum Tod führen. Auch der Feuerseeigel (Asthenosoma varium) kann beim Menschen erheblichen Schaden verursachen, sein Gift kann nicht nur starke Schmerzen, sondern auch Schock und Psychosen auslösen.

Die Afteröffnung der regulären Seeigel befindet sich auf der Oberseite der „Schale“, der Mund liegt auf der Unterseite. Für die Aufnahme größerer Nahrung wie Algen oder Aas sorgen fünf „Zähne“, die mit Muskeln am Gehäuse befestigt sind. Wegen seiner Form wird dieser Apparat, den Aristoteles erstmals beschrieben hatte, die „Laterne des Aristoteles“ genannt.

Eine Besonderheit ist die Fortbewegung der Seeigel. Sie verlagern ihr Gewicht über Veränderungen im Innendruck ihrer flüssigkeitsgefüllten Röhrenfüßchen. Auf diese Weise bewegen sie sich um wenige Zentimeter pro Minute – und zählen damit zu den langsamsten Tieren der Welt.

Besonders ist bei Seeigeln aber auch ihre farbliche Vielfalt. Ihr Farbspektrum reicht vom blassen Grün, über Orange bis hin zum kräftigen Violett. Dieser Umstand lässt sich durch verschiedene Pigmente, wie Melanin und Carotin, erklären. Diese geben dem Gehäuse und der Seeigelhaut die entsprechenden Farben.

Seeigel sind beliebte Fossilien und begehrte Sammelobjekte. Die Seeigelsammlung im Magazin des Museums für Naturkunde Chemnitz umfasst zahlreiche Funde aus Europa und Amerika. Im Historischen Kabinett des Museums können die Besucher ein Nasspräparat eines Steinseeigels (Paracentrotus lividus) aus den 1970er Jahren bewundern.

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Museum für Naturkunde Chemnitz | Moritzstraße 20, 09111Chemnitz
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